Chorleiter Stefan Weih

Vielleicht wird der Kreißsaal, in dem Stefan Weih am 5. August 1968 das Licht der Welt erblickt, mit Radiomusik beschallt:  „Congratulations“ , singt Cliff Richards 1968 - und das passt! 

Vielleicht muss Baby Stefan auch, kaum auf der Welt, gleich den ersten Schock verdauen. Denn im Jahr von Woodstock, den Hippies, „Jumpin‘ Jack Flash“ und „Hey Jude“ stürmt  in Deutschland vor allem Kinderstar Heintje die  Hitparade mit gleich drei Nummer-Eins-Hits. 

Musikalisch ist ganz schön was los 1968, doch gemach, gemach... Der frischgeschlüpfte Klein-Krotzenburger Erdenbürger hat alle Zeit der Welt, um seine eigene Musik zu entdecken und sich zu entscheiden. Von Anfang an durchdringt Musik seinen Alltag und das Leben. Zu Hause, in der Familie mit Eltern und Bruder, wird jeden Tag gesungen und musiziert; das ist bei den Weihs so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Mit sieben Jahren erhält Stefan Klavierunterricht. Fünf Jahre später begleitet er zum ersten Mal einen Chor am Klavier und gründet 1987 den semi-professionellen „Choir of Modern Art“. Fast fünfundzwanzig Jahre wird er mit diesem Vokalensemble unterwegs sein, immer wieder Neues ausprobieren und viele, viele Konzerte geben und noch mehr Applaus bekommen. 

Ende der neunziger Jahre folgt die Sambagruppe „O Wei Brazil“, dann 2006 der Chor „Coloured Voices“. Stefan Weih ist außerdem Pianist bei der Band „Waiting for Food“ und seit 2009 Keyboarder der Oldie-Band „Keyout“, deren Konzerte keinen auf dem Hocker sitzen lassen. 

Parallel dazu übernimmt der Musik-Allrounder als Dirigent und musikalischer Leiter verschiedene Chöre in der Region: Karlstein-Dettingen, Klein-Krotzenburg, Mainflingen, Bad Vilbel. Im Jahr 2013 dann unsere Concordia Klein-Auheim. Eine Herausforderung für den Wahl-Klanaamer, der mit dem traditionellen gemischten Chor und dem jungen Chor „Ton in Ton“ zwei sehr unterschiedliche Formationen vor sich hat. 

Stefan Weih gibt ganz klar den Ton vor. Mitreißend, vielseitig, lebendig. So steckt er alle an mit seiner Begeisterung und Leidenschaft und seinem musikalischen Können. Wie gern lassen wir uns anstecken; das ist Singfreude pur!

Wenn es gut klappt oder auch gar nicht, dann springt er auf, gestikuliert und vermittelt uns, wie dieses oder jenes Stück klingen könnte ... und schließlich auch klingen wird. Stefan traut seinen Chören was zu. Und im besten Fall schaffen wir es tatsächlich, seine Ideen anzunehmen und in unsere eigene Sprache zu übersetzen. Wenn er aufspringt beim Proben und uns antreibt und weitertreibt und noch weiter und wenn wir mit glühenden Wangen das Beste geben, was wir geben können, dann entsteht diese ganz besondere, dichte Atmosphäre, eine unglaubliche schöpferische Energie.  Zaubertöne... für die unsere Sprache keine Worte findet. Musik eben.

 

Stefan Weih antwortet auf unsere Halbsätze – ein Baukasten-System 

 

Ich lebe und fühle mich wohl in Klein-Auheim weil ...

... ich hier mit meiner Familie (Frau Sandra und Sohn Yannis) ein perfektes Zuhause gefunden habe!

 

Nach meinem ersten Abend als Chorleiter der Concordia beim gemischten Chor und bei Ton in Ton dachte ich:  ...

... Sympathisch. Humorvoll. Potenzial!

 

„Musik hören ist Genuss; Musik machen ist Gnade“, hat die Lyrikerin Gudrun Kropp gesagt. Für mich bedeutet Musik ...

... Passion, Leidenschaft, Lebensinhalt und Spiegel meiner Seele, meines Ich. Zudem die schönste Form, mit anderen Menschen in den Dialog zu kommen.

 

Ich bin Chorleiter, weil ...

... ich mit Chormusik aufgewachsen bin und weil ich mehrstimmigen Gesang mit Instrumentalisten sowie A cappella liebe. Es ist immer eine besondere Herausforderung, mehreren Sängerinnen und Sängern eine Idee näher zu bringen und zu sehen, wie sie im Verlauf der Proben ihr eigenes Stück daraus kreieren!

 

Wenn ich nicht Chorleiter, Klavierspieler, Percussionist, Sänger... also Musiker geworden wäre, wäre ich ...

... sehr einsam.

 

Ein Leben ohne Musik ...

... ist nicht möglich!

 

Wenn ich als Musiker drei Wünsche frei hätte, würde ich ...

... erstens gerne mal den Chor aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart dirigieren, zweitens unbedingt Jamie Cullum kennen lernen und ihn bei „All at Sea“ am Piano begleiten und drittens ein perfektes Konzert abliefern.

 

Das Besondere an den Sängerinnen und Sängern beim gemischten Chor der Concordia und bei Ton in Ton ist ...

... die sensationelle Mischung! Beide Chöre haben eine zielorientierte Ausrichtung, Qualität, und darüber hinaus passt es einfach menschlich. Das ist fast noch wichtiger. Ein liebenswerter Haufen!

 

Musik ist fähig, das Beste in uns Menschen zum Vorschein zu bringen. Bei mir hat Musik ...

... mein ganzes Leben, in jedem Moment, in jeder Situation, mein Dasein begleitet und bereichert. Musik rettet Seelen... und meine hat sie oft beschützt und damit hoffentlich auch gerettet.

 

Im Zen gibt es den Satz „Perfektion ist siebzig Prozent“. Perfektion ist für mich ...

... perfekt ist, wenn es um Musik geht, wenn mich Musiker von der ersten bis zur letzten Sekunde wirklich erreichen. Nicht die Virtuosität, sondern das Gefühl sollte perfekt sein. Die Leidenschaft. Ich habe „perfekte“ Musiker erlebt, die perfekte Virtuosen waren – aber keine Spielfreude vermittelten. Gefällt mir nicht! Es gibt keine perfekten Pläne, aber perfekte Absichten. So sollte Musik sein.

 


Der Concordia wünsche ich ...

... alles Gute... natürlich mit mir! Hoffentlich können wir weitere Sängerinnen und Sänger gewinnen und expandieren! ☺

 

Die Frauen und Männer von Ton in Ton möchte ich anstiften, zu einem ...

... etablierten, starken Chor zu werden, mit eigenem Gesicht und Charakter, der den Ruf eines traditionellen Chores ablegt und so widerlegt, dass Chorgesang altmodisch und langweilig ist. Im Gegenteil! Diese Form, Musik zu machen, ist in meinen Augen ein moderneres soziales Netzwerk als Facebook, Twitter, etc.

 

Ich möchte gerne in näherer oder fernerer Zukunft mit den beiden Chören ...

... zwei ganz besondere Stücke erarbeiten. Mit dem gemischten Chor „Highway to Hell“ von AC/DC. Mit dem Chor Ton in Ton die „Bohemian Rhapsody“ von Queen.